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Glenn Gould - Versuch einer kurzen Biografie
Glenn
Gould wurde am 25. September 1932 in Toronto geboren und seine musikalische Begabung soll bereits in sehr früher Kindheit sichtbar geworden sein. Gould war ein vielseitiges Multitalent, das nicht nur als Pianist,
Organist und Cembalist sowie als Komponist und auch Dirigent in Erscheinung trat, sondern auch als Schriftsteller, Pionier des Hörspiels, Schauspieler mit kommödiantischem und tiefsinnigem Talent und einigem mehr
von sich hören und sehen ließ. Konsequent nutzte Gould auch die technischen Möglichkeiten seiner Zeit und trat als Filmemacher, Radio- und Fernsehautor in Erscheinung. Durchaus provakant waren teilweise seine
Fernsehauftritte, in denen er am Flügel Musik vermittelte und kommentierte. Unvergessen bleibt seine ungewöhnliche Haltung auf seinem niedrigen Stuhl sowie das stille, leidenschaftliche Mitsummen zu seinen
herausragenden wie eigenwilligen Interpretationen am Flügel. Dies und insbesondere seine Interpretationen des Werks von Johann Sebastian Bach machten ihn zu einer Kultfigur. Auch wenn ihn die Bach-Interpretationen
(vor allem die Kunst der Fuge, die Goldberg-Variationen, die Suiten sowie das Wohltemperierte Klavier) bekannt gemacht haben, so ging sein Repertoire und seine Schallplatteneinspielungen vielseitig darüber hinaus:
Beethoven, Mendelssohn-Bartoldy, Mozart, Gustav Mahler, Franz Liszt, Händel und Haydn, Schumann, Brahms, Chopin und Jean Sibelius gehörten ebenso dazu wie Prokofjew, Ravel, Skrjabin bis hin zu Arnold Schönberg, Paul
Hindemith, Ernst Krenek und Francis Poulenc. Damit ist die Liste keineswegs abgeschlossen. Sicherlich besonders hervorzuheben sind auch Glenn Gould Klaviertranskriptionen zu Richard Wagner. Bei aller Vielseitigkeit
läst sich aber sicher sagen, daß Gould eine besonders intensive Beziehung zum Werk Johann Sebastian Bachs hatte. Sein Debüt feierte Gould 1947 und sein Ruf vom Wunderkind zum eigenwilligen Genie wuchs stetig. In
den USA debüttierte er im Jahr 1955. Bereits 1964 verabschiedete sich Gould vom öffentlichen Konzertbetrieb und zog sich zurück. Einspielungen und Fernsehproduktionen folgten noch sehr viele - Gould bevorzugte die
Verbreitung seiner Musik über Medien und verbrachte darüber hinaus sein Leben in gewählter Einsamkeit, fast nur über das Telefon mit der menschlichen Aussenwelt verbunden, persönlich abgeschieden der Musik und der
Natur verbunden. Der faszinierende kanadische Pianist starb 1982, kurz nach seinem 50. Geburtstag an einem Gehirnschlag.
Matthias Erntges
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